Jandra-Saga: Der Fluch des Blutes (4. und 5. Spielabend)

Nach langer Spielpause geht es weiter.
In dieser hat es sich ergeben, dass seit dem 5. Spielabend zwei weitere Spieler zur Gruppe hinzugekommen sind:
Ersterer ist ein neuer-alter Mitspieler, mit dem Andreas und ich schon jahrelang die Gezeichneten-Kampagne gespielt haben, der aber auf Grund räumlicher Distanz bisher nicht mitspielen konnte.
Sein Charakter – Hakon – ist ein Akademie-Krieger aus Havena, dessen Vorfahren Thorwaler sind. Da die Helden nach dem Einholen von Informationen (siehe Bericht unten) beschlossen haben erstmal direkt nach Olport zu reisen und wenn überhaupt noch, dann erst danach nach Auriler, habe ich die inzwischen alte Bridgera zu Hakons Großmutter gemacht. Diese hat auf ihre alten Tage ihrem Enkel die Geschichte Jandras erzählt und wie gerne sie Sjoren (ihren vermissten Bruder, der mit Jandra wegging) wiedersehen würde. Daher machte sich Hakon auf in den Norden – sein einziger Anhaltspunkt ist Virport. Bridgera hat ihrem Enkel eben die Infos gegeben, die die Helden im AB sonst von Bridgera in Auriler hätten bekommen können.


Der andere neue Mitspieler hat eher zufällig in unsere Runde gefunden und spielt einen Almadanischen Entdecker namens Ramirez. Für ihn habe ich leider keinen so schönen Einstieg in die Kampagne gefunden wie für Hakon. Da er aber sehr avesgefällig und neugierig ist, hat er sich den Helden auch so gern angeschlossen.


Dann hier in gewohnter Form Andreas’ Notizen zu den Spielabenden mit kursiven Anmerkungen von mir.


Impressionen der letzten zwei Spielabende von Andreas:


Unsere Reise nach Thorwal wurde in erster Linie von einem kaputten Schuh Tsanors aufgehalten (sowie von einigen Orks, die vor uns flohen), der erst in im kleinen Dorf Efferdan fachfraulich repariert werden konnte; auf der Weiterreise nahm uns ein Obst- und Gemüsehändler namens Helge Arngrimson auf seinem Wagen mit, der uns die ganze Reise sein Leid vom Nostrischen Apfelspinner klagte.
In Thorwal kamen wir erst nachts an, die Torwachen mussten mit unserem letzten tulamidischen Dattel- und Feigenschnaps bestochen werden – anschließend stellten wir fest, dass es in der Stadt selbst kein normales Gasthaus gibt, und wir übernachteten auf Rat der jungen Traviageweihten Shaja vor der Stadt im “Enterhaken”, Tsanor in der Akademie. Den nächsten Tag nutzten Liriel und Kassim zu Einkäufen in der Markthalle und bei einem urigen Trödelladen am Hafen (wo wir ein Fernrohr erstanden), bis Tsanor endlich aus der Akademie kam, und wir planmäßig den beeindruckenden Swafnir-Tempel aufsuchten.


Nach einem kurzen Gespräch mit dem Geweihten Isleif über unsere Questen erhielten wir eine Audienz bei der Hochgeweihten Bridgera Karvsolunvara, der wir unsere ganze Geschichte erzählten, und die uns in unserer Annahme bestätigte, dass die Reinwaschung von Jandras Namen wohl ein Anliegen Swafnirs sei. Sie selbst könnte allerdings das Urteil des Skoggangs nicht aufheben, und verwies uns an Askir, den Skaldenmeister in Olport, für weitere Informationen. Für den Vorsteher der Ottajasko, Haldrunir Windweiser, gab sie uns außerdem eine Nachricht mit.


Kassim führte anschließend noch allein ein längeres Gespräch mit ihr über Lebensschicksale – etwas, was er sich bisher stets geweigert hatte, anzuerkennen, aber zusehends seinen bisherigen Standpunkt aufgeben muss.
Wir verkauften anschließend Maultier Reto und buchten eine Passage nach Olport.


Auf der Schiffsreise nach Olport lernten wir zwei interessante Gestalten kennen: Ramirez Amirato Cavazaro, einen almadanischen Entdecker, und Hakon Garaldsson, einen albernischen Krieger mit thorwalschen Wurzeln. Der Erstkontakt fand über Würfelspiel und Almadanischen Wein statt, es wurden kurz Geschichten ausgetauscht – wobei Liriel den beiden “die Geschichte vom toten Hund” über unsere Reise erzählte, Kassim dagegen seinen schlechten Eigenschaften gemäß durchaus Anmerkungen über eine “Swafnirsqueste” machte.


Die nächsten Tage fragten die beiden immer wieder nach, aber wir vertrösteten sie auf nach unsere wichtigen Gespräche in Olport. Ansonsten erwiesen sich Ramirez und Hakon als angenehme Reisegefährten – der eine interessiert in Geographie und Tsanors Ausführungen über die Zauberkunst, der andere mit Kassim über die Kampfkunst fachsimpelnd.


In Olport besichtigten wir zunächst den Platz von Jurgas Landung und mieteten uns in Solveighs Gashaus ein (2 Silber pro Nacht inklusive so viel essen, Bier und Met wie gewünscht – wenn das mal kein gutes Geschäft ist). Bevor wir uns auf den Weg zur Runajasko machten, deckten wir uns mit warmer Kleidung ein, denn es wurde inzwischen schon recht kalt – vor allem für Liriel und Kassim, die eigentlich nur Kleidung für die Tulamidenlande und das Südmeer dabeihatten.


In der Runajasko schließlich gaben wir den Brief für Haldrunir Windweiser ab (der für längere Zeit außer Hauses weilte) und sprachen mit dem Skaldenmeister Askir; allerdings erst, nachdem Hakon diesen über einen Verwandten befragte, den er offenbar suchte. Askir kannte nach eigener Aussage die Saga von Jandra Sturmkind nicht, war aber trotzdem seltsamerweise in der Lage, mit unserer Harfe in Händen einige neue Strophen zu singen, was ihm noch unheimlicher war als uns. Er bat uns, abends wieder in die Skaldenhalle zu kommen, und wir luden dazu auch Hakon und Ramirez ein.


Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Gespräch mit der Elfe Adiloe, die sich dort um Zauberlehre und Pflanzen kümmert, dem Bau einer Wasserpfeife und einer ersten Lehrstunde in Thorwalscher Sprache für Ramirez (der sich im Gegenzu bereiterklärte, Kassim etwas Isdira beizubringen, das er offenbar flüssig beherrscht).


Abends in der Skaldenhalle waren neben Askir noch Adiloe sowie drei weitere Skalden anwesend. Es kam nach Askirs Einleitung zu einer kurzen Diskussion, da zwei der anderen Skalden nicht bereit waren, über den Skoggang hinwegzusehen und sich näher mit Jandra zu beschäftigen. Anschließend sang Askir die längste Version von Jandras Saga, die wir bisher gehört hatten, und in der frappierenderweise *wir* vorkamen – verklausuliert, aber erkennbar. Wir erzählten anschließend unsere ganze Geschichte, und es stellte sich heraus, dass Hakon Garaldsson der Enkel eines Mitglieds der Sturmvögel und auf der Suche nach ihm war – er sollte zuletzt in Virport gesehen worden sein. Auch Ramirez kam in der Saga vor, und es schien klar, dass Swafnir wollte, dass wir gemeinsam Jandras Schicksal weiter verfolgten. Wir begonnen noch am Abend mit der Planung der Reise nach Virport.


Hier die Strophen, die ich für die Helden hinzugefügt habe:
Des Rabenfedern trägt er / Gewandt ist sein Wort / Gandmadr sein Schicksal ist.
Das Glück ist ihr Hold / ob in Stadt oder Wüste / Dem Ruf des Goldes folgt sie gern.
Vom Blute der Sturmvögel / auf ungewisser Reise / Ein Geheimnis zu lüften.
Auf der Suche nach seinen Wurzeln / Findet er vielmehr / Stark sein Arm und tapfer sein Herz.
Verschollenes sucht er und Neugier ist sein Quell / Die Runjas sie riefen / Auf sie der Blick der Schicksalsweberinnen fiel.


Der nächste Tag war der Ausstattung unserer Reise gewidmet; drei schwarze Olporter Hunde als Tragtiere, zusätzliches Winterzeug, Zelte und so weiter. Abends fanden wir uns wieder in der Skaldenhalle ein und Askir sang eine Sage von Oegnir.


Der Tag der Abreise war da – Kassim suchte den Swafnirtempel auf und leistete den Schwur, nicht zurückzukehren, bevor er das Schicksal Jandras nicht erfüllt hatte.
Auf der Reise nach Osten kamen wir nicht schlecht voran und trafen unterwegs einen norbardischen Händler, von dem wir uns jede Menge Zeug aufschwatzen ließen – wer kann bei Meskinnes schon nein sagen, und die Schaufel kann sicher ebenso nützlich sein wie Liriels neues Kleid… Ramirez und Kassim fanden ein gutes Nachtlager, am Abend erzählten wir (wie schon die letzten Tage) einige Schwänke aus unseren bisherigen Abenteuern (diesmal, wie wir dem Sultan von Unau zu seinem Thron verhalfen). Liriel schlief auf der Wache ein, was aber keine schwerwiegenden Konsequenzen außer einer kleinen Standpauke hatte.


Am nächsten Tag entdeckten wir an der Küste ein gestrandetes Boot; wir kletterten die Klippen hinunter und untersuchten das Wrack. Die beiden Leichen deuteten auf Kleinhändler oder Schmuggler hin, denn wir fanden auch eine Schatulle mit Schmuck. Hakon und Kassim nahmen, nachdem sie die Leichen begraben hatten, die Schatulle an sich, um sie im nächsten Tempel für das Seelenheil der Toten zu spenden.
Beim Mittagessen tauschten wir wieder Anekdoten aus und warfen unser Wissen über Orks zusammen, von denen es hier ziemlich viele geben sollte. Bei Nacht begann es zu regnen, und Wölfe erlegten in einiger Entfernung zum Lager ein Karen. Kassim hatte Wache und versuchte, damit Köchin Liriel länger schlafen konnte, sich an der Zubereitung des Frühstücks. Leider kam die Kreation von gepökeltem Fisch in Salzkruste nicht ganz so gut bei den Mitreisenden an; wir brachen frühmorgens im Regen auf.


Die weitere Planung meinerseits sieht so aus, dass die Helden nicht Gefangene auf dem Gulbladdirstadir werden (finde ich, wie schonmal erwähnt, nicht so toll), sondern dort nur – vor einem Schneesturm Schutz suchend – einkehren. Hier bekommen sie die Informationen über den Blodsdal und Madhru wird alles daran setzen, dass die Helden ihn mitnehmen. Wie sie das anstellen, da werde ich mal sehen wie kreativ die Helden sind, im Zweifelsfall werden die Thorwaler ihn gegen Geld oder ähnliches gehen lassen. Der Sturm wird die Gruppe einige Tage auf dem Hof halten, so dass es dann auch zu den “Geistangriffen” kommt, woraufhin die Thorwaler wohl den Helden und / oder Madhru die Schuld geben und sie wohl davon jagen werden.
Das dritte und letzte Abenteuer der Kampagne wird dann wieder mehr wie offiziell vorgesehen ablaufen.